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Rückblick auf den ökumenischen Stadtkirchentag vom 26.-28.5. 2000 in Neuwied
Drei Tage im Mai 2000: Neuwied stand unter dem Zeichen der Ökumene. Unter dem Regenbogen feierten Evangelische und Kath. Christen, feierten Mennoniten, Herrnhuter und Armenier den 2. Stadtkirchentag in Neuwied.
Für alle war es ein bewegendes und frohmachendes Ereignis. Viele Begegnungen waren möglich. In der Innenstadt von Neuwied war Kirche vor Ort erlebbar. Kulturelle Angebote für jeden Geschmack waren angeboten. Wir feierten gemeinsame Gottesdienste. Wir waren als Christen in Neuwied präsent und haben gezeigt: In der Arche ist für alle Platz. Christ-Sein hat viele farbige Aspekte.
Nachfolgend einige Auszüge aus Artikeln Neuwieder Zeitungen sowie überörtlicher (vor allem kirchlicher) Organe.
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Das Logo des ökumenischen Kirchentages 2000 - wurde von Werner "Tiki" Küstenmacher entworfen.
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Buntes Fest für alle |
Der ökumenische Stadtkirchentag in Neuwied begann mit einem buntem Fest für Kinder und einem Gottesdienst für die ganze Familie Feiern im Zeichen von Toleranz und Ökumene
Mit einem Fest für die Kinder, einem Gottesdienst für die ganze Familie und herrlichem Sonnenschein begann am 26.5.2000 der zweite Ökumenische Stadtkirchentag in Neuwied. Bei diesem fest bekennen Christen aus 21 Gemeinden und fünf verschiedenen Kirchen ihren Glauben an den einen Gott, betonen Ökumene und feiern. Und das gelang ihnen zum Auftakt auf dem Luisenplatz schon bestens. "In der Arche ist für alle Platz" heißt das Motto des Ökumenischen Stadtkirchentages, des zweiten seiner Art nach 1984. Das Arche-Motiv - Fünf in einem Boot segeln unterm Regenbogen - ziert nicht allein das Kirchentags-Logo: Die Arche, in der alle unterkommen und sich tolerant begegnen (müssen), war auch das Leitmotiv zur Eröffnung. "Komm, wir malen die Arche aufs Pflaster", hieß es beim Kinderfest am "Lappeloch". Gesagt, getan: Gemeinsam mit kleinen Passanten machten sich die Knirpse aus dem Kindergarten Heddesdorf ans Werk. Straßenkreide gab's dafür reichlich. Bald leuchteten Schiff und Regenbogen in allen Farben - und kündeten auf ihre Weise vom Kirchentag. Kinderköpfe verwandelten sich unter farbiger Schminke in lustige Tiergesichter, kleine Arche-Bewohner entstanden aus weichem Ton, Tierkopf-Anhänger und Regenbogen-Bälle wurden gebastelt, Waffeln verdrückt und Lieder aus aller Welt gesungen. Aus allen Stadtteilen waren die evangelischen und katholischen Kindergärten ebenso in die City gekommen wie die vereinigten Kinderchöre unter der Leitung von Sabine Paganetti. "Tolerant und lebendig" wie die Deichstadt, so wolle auch dieser Kirchentag sein, sagten zur Eröffnung Margarete Moritz und Hermann-Josef Schneider. Offen und vielseitig wie die Arche, so sei auch die Stadt Neuwied, entgegnete OB Manfred Scherrer in seinem Grußwort. Und er sei jedem dankbar, der für die Freiheit in Neuwied kämpft. Denn das sei Tradition in dieser Stadt - seit 350 Jahren. Zur Eröffnung auf dem Luisenplatz waren bei schönen Wetter viele Kinder und Erwachsene gekommen. Prominente aus Kirche und Politik blieben auch beim Eröffnungsgottesdienst, den Kindergottesdienstkreise aus Feldkirchen und Irlich vorbereitet hatten.
Am Abend ging es weiter mit einem Konzert in der Marktkirche, bei dem Motetten von Bach zu hören waren waren. Im Friedrich-Spee Haus war das Kabarett "Schwester und Bruder GmbH" zu erleben mit dem Programm "Unter Brüdern". Abschluß des Abends war ein beeindruckendender Taizé-Gottesdienst mit Tauferneuerung in St. Matthias.
Der Samstag wurde eröffnet mit drei Bibelarbeiten zu Motiven des Kirchentag-Mottos. Über 70 Menschen nahmen an diesen Bibelarbeiten teil. |
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Markt der Möglichkeiten |
Das bunte Miteinander faszinierte alle "Markt der Möglichkeiten" war der Renner beim zweiten Ökumenischen Kirchentag in Neuwied
Einem bunten Jahrmarkt glich der Luisenplatz am vergangenen Samstag. Informationsstände der verschiedenen Gemeinden, Institutionen und Initiativen, die sich alle am 2. Ökumenischen Kirchentag in Neuwied beteiligt hatten, luden ein zu Diskussion, Information oder einfach nur zum Mitmachen.
"Specksteine feilen" stand für die kleinen Besucher des Marktes bei strahlend schönem Wetter am Stand der katholischen Familienbildungsstätte Neuwied auf dem bunten Kinderprogramm. Und natürlich waren alle fleißig bei der Sache. Denn wer etwas gefeilt hatte, durfte es auch mit nach Hause nehmen. Die Großen informierten sich unterdessen bei Karl-Josef Heinrichs, dem Leiter der Bildungsstätte, über das breit gefächerte Angebot im Friedrich-Spee-Haus.
Ein paar Meter weiter roch es deftig: Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg offerierte selbstgemachtes Stockbrot. Dazu wird Teig auf einen Stock gespießt und am offenen Lagerfeuer gegrillt. Während also das Mittagessen über dem Feuer langsam garte, stellten die Jugendlichen ihr Hobby vor: "Der Spaß steht auf jeden Fall im Vordergrund", beantwortete Stammesvorsitzender Thomas Bender Besucherfragen. Ja, und selbstverständlich steht auch die tägliche gute Tat ganz oben auf der Liste der Pfadfinder. An diesem Wochenende sei das vor allem der Aufbau des Zeltes gewesen, in dem sich die City-Scouts präsentierten. Ansonsten liegt ihm vor allem das Miteinander in der Gruppe sehr am Herzen.
Ein anderes Bild bot sich bei den Vertretern der Kirchenvolksbewegung. "Wir sind Kirche" lautet das Motto und der Name dieser Bewegung. Mit dem Aufbau einer geschwisterlichen Kirche, der vollen Gleichberechtigung von Frauen in allen kirchlichen Ämtern und der Abschaffung des Zöllibats hat die Bewegung ihre Ziele klar formuliert. Auf dem "Markt der Möglichkeiten" versuchte man Freunde und Gleichgesinnte zu finden.
Fleißige und etwas von Farbe vermatschte Kinderhände? Das konnte nur der Stand des evangelischen Kinder- und Jugendheims Oberbieber sein: "In der Arche ist für alle Platz." Das hatten sich die Mitarbeiter des Heims zum Motto gemacht und eine riesige gemalte Arche aufgehängt. Das junge Publikum war jetzt nur noch für die Bewohner des rettenden Schiffes zuständig. Die mussten nämlich noch gemalt werden. Kein Problem für die Kleinen, zumal sie die fabrizierten Kunstwerke später mit nach Hause nehmen durften.
Sportlich ging es bei "Eirene" zu. Mit Rollstuhl-Dreirädern ging's ab auf den Parcours, wo kräftig Runden gedreht wurden. Richtig bequem war es zwar nicht in den fahrenden Stühlen, dafür verschafften die Gefährte ihren Benutzern aber einen Eindruck vom anstrengenden Dasein eines Rollstuhlfahrers - und schon war auch das Interesse für den Internationalen Christlichen Friedensdienst geweckt. "Eirene" arbeitet nämlich mit dem Selbsthilfeverband Körperbehinderter zusammen und klärte die Neuwieder über Projekte im Tschad und in Nicaragua auf. Der "Markt der Möglichkeiten" - ein buntes Miteinander der Institutionen, Verbände und Gruppen, bei dem die Neuwieder auf ihre Kosten kamen. Wo sonst bekommt man schon ein solches Spektrum geboten?
Über 40 Gruppen, Initiativen und Gemeinden hatten sich beim Markt der Möglichkeiten beteiligt. Es war für alle faszinierend dabei zu sein und die Vielfalt kirchlichen Lebens in Neuwied zu erleben. Der Abend des 2. Kirchentag-Tages war einerseits geprägt von einem Podiumsgespräch im Friedrich-Spee Haus, mit VertreterInnen der ACK Mitgliedskirchen, andererseits von einem Open-Air-Goseplkonzert auf dem Marktplatz. Beide Veranstaltungen waren sehr gut besucht (wie übrigens alle Veranstaltungen die Erwartungen erfüllten oder übertrafen) und waren auf ihre eigne Art Höhepunkte der ökumenischen Kirchentage in Neuwied. Der Stadtkirchentag endete am Sonntag, 29.5. mit einem großen ökumenischen Gottesdienst auf dem Marktplatz. Die Predigt hielt Frau Wartenberg-Potter von der ACK Deutschland (sie ist jetzt Bischöfin in Lübeck). |
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Titelseite des Programmheftes -
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Positives Signal |
Dem Resümee der Rhein Zeitung ist wenig hinzuzufügen.
Positives Signal für Ökumene Positive Bilanz des Kirchentages in der Deichstadt bei ACK-Sitzung
NEUWIED. In ihrer ersten Sitzung nach dem Ökumenischen Stadtkirchentag in Neuwied befassten sich der Vorstand und die Delegierten der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) noch einmal intensiv mit dem Kirchentag. Vor allem der Markt der Möglichkeiten, der im Rahmen des Stadtkirchentages stattfand, wurde als eine gute Gelegenheit angesehen, wie sich Kirche in der Öffentlichkeit darstellen könne. Die Delegierten stimmten darin überein, dass von diesem Kirchentag in positives Signal in Richtung Ökumene ausgegangen sei. Die intensive Vorbereitung, und die hohe gemeinsame Verantwortlichkeit für dieses Ereignis habe die Zusammenarbeit untereinander gefördert, war einhellig die Meinung in der ACK. Und das ein Stadtkirchentag auch kulturell eine Bereicherung für die Stadt ist, stand außer Zweifel. Auch finanziell stand der Stadtkirchentag auf gesunden Füßen. Ausgaben in Höhe von über 30 000 DM wurden mit beinahe 29 000 Mark Spenden und Einnahmen fast gedeckt. Die Arbeitsgemeinschaft dankte deshalb nochmals allen Spendern. Erfreulich war das Ergebnis der Kollekte beim Schlussgottesdienst. Stolze 3788 Mark kamen hier zusammen, die für zwei ökumenische Arbeitsbereiche in Neuwied bestimmt waren. Als letztes stand der Dank an alle Mitarbeiter und Helfer. Ohne die Hilfe der vielen Ehrenamtlichen wäre ein solcher Kirchentag nicht möglich, war man sich einig.
Nicht zu vergessen sind noch die Ausstellungen mit Bildern von Richard Baus und eines armenischen Künstlers, die einen eigenen künstlerischen Beitrag geliefert haben. In der Marktkirche war eine Briefmarkenausstellung mit religiösen Motiven zu sehen. Und: zum Stadtkirchentag war ein Sonderstempel erschienen (Ganzsachen sind übrigens noch zu haben...) |
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Bärbel Wartenberg-Potter - bei der Predsigt im großen Abschlussgottesdienst. Sie ist heute Bischöfin in Lübeck
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